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Wildtiererfassung 2025: Neozoen etabliert – Rebhuhn braucht Hilfe


Rund 1.200 Jagdbezirke beteiligten sich 2025 an der Wildtiererfassung in Brandenburg. Die Ergebnisse zeigen: Neozoen sind längst fest etabliert, während die Situation des Rebhuhns weiterhin besorgniserregend ist.

(Michendorf, 23. September 2026) Im Rahmen des „Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands“ (WILD) werden bundesweit alle zwei Jahre Vorkommen und Besatzdichten ausgewählter Wildtierarten erfasst. In Brandenburg beteiligten sich 2025 rund 1.200 Jagdbezirke. Damit wurden mehr als 30 Prozent der Jagdfläche Brandenburgs erfasst.

Die Daten werden direkt in den Revieren erhoben: Die teilnehmenden Jägerinnen und Jäger dokumentieren anhand einheitlicher Erfassungsbögen ihre Beobachtungen und Angaben zu den ausgewählten Wildtierarten. Die Ergebnisse aus den einzelnen Jagdbezirken werden anschließend zusammengeführt und wissenschaftlich ausgewertet. Auf diese Weise entsteht über viele Jahre hinweg eine wichtige Datengrundlage zur Verbreitung und Entwicklung der Wildtierbestände.

Auch bei der nächsten Erhebung im Frühjahr 2027 ist daher eine breite Beteiligung der brandenburgischen Jagdbezirke von großer Bedeutung. Je größer die erfasste Fläche ist, desto aussagekräftiger wird das Bild über die Entwicklung der Wildtierbestände im Land.

 

Neozoen fest etabliert

Ein besonders deutliches Bild liefert die Erfassung bei den Neozoen. Nahezu flächendeckend ist inzwischen der Waschbär anzutreffen: In 97 Prozent der beteiligten Jagdbezirke wurde sein Vorkommen bestätigt. Im Jahr 2006 waren es lediglich 42 Prozent.

Auch der Marderhund ist mit einem Vorkommensanteil von 69 Prozent weiterhin stark verbreitet. Der Mink wurde aus 19 Prozent der Jagdbezirke gemeldet.

Die stärkste Entwicklung zeigt die Nutria. Ihr Vorkommensanteil hat sich innerhalb von zehn Jahren von 13 auf 43 Prozent mehr als verdreifacht. Auch der Bisam hat sich weiter ausgebreitet und wurde 2025 in 28 Prozent der beteiligten Jagdbezirke festgestellt.

 

Rebhuhn bleibt Sorgenkind

Stark angespannt ist die Situation beim Rebhuhn. Die charakteristische Art der offenen Agrarlandschaft wird in Brandenburg seit 2009 regelmäßig im Rahmen von WILD erfasst. 2025 wurden lediglich in 11 Prozent der beteiligten Jagdbezirke Rebhühner festgestellt. Im Landesdurchschnitt kommt nicht einmal ein Rebhuhnpaar auf zehn Quadratkilometer Offenland.

Regional gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Einen Lichtblick bieten die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Dort liegen die Vorkommensanteile bei 44 beziehungsweise 36 Prozent und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Gerade dort setzt der LJVB gemeinsam mit dem Jagdverband Pritzwalk mit seinem Rebhuhnschutzprojekt Prignitz an. Durch gezielte Schutzmaßnahmen sollen vorhandene Vorkommen stabilisiert und die Voraussetzungen für eine langfristig positive Bestandsentwicklung geschaffen werden.