Letzte Beiträge

Trockenheit, Wasserstress und anfällige Waldstrukturen – nicht das Wild


Der Waldzustandsbericht 2025 bestätigt massive Schäden in Brandenburgs Wäldern. Trotzdem wird weiterhin versucht, Wildtiere zum Hauptverursacher zu erklären. Der LJVB weist diese Darstellung entschieden zurück.

(Michendorf, 5. März 2026) Der Waldzustandsbericht 2025 des Landes Brandenburg bestätigt den weiterhin schlechten Zustand vieler Waldbestände. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) kritisiert jedoch, dass der Bericht bereits vor seiner offiziellen Vorstellung durch das zuständige Ministerium von zwei Verbänden veröffentlicht und politisch einseitig interpretiert wurde.

Die Ergebnisse sprechen eine klare und nicht übersehbare Sprache: Die Schäden an Brandenburgs Wäldern sind vor allem Folgen von anhaltender Trockenheit, Hitzeperioden, Spätfrost und Schädlingsbefall. Besonders die Trockenjahre 2018, 2019, 2020 und 2022 sowie eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit im Jahr 2025 haben viele Bestände nachhaltig geschwächt.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem der Wälder: Rund 69 Prozent der Waldfläche bestehen aus Kiefernbeständen. Verstärkt wird die Anfälligkeit durch schwierige Standortbedingungen, insbesondere auf den sandigen und nährstoffarmen Böden vieler Regionen im Süden Brandenburgs mit geringem Wasserhaltevermögen.

„Wer angesichts dieser Fakten weiterhin das Wild zum Hauptverursacher der Waldkrise erklärt, ignoriert die Ergebnisse des Waldzustandsberichtes und ist fachlich offensichtlich nicht in der Lage, diesen und zurückliegende Berichte zu verstehen“, sagt der Präsident des LJVB, Dr. Dirk- Henner Wellershoff. „Wild als Sündenbock zu benutzen löst kein einziges Problem im Wald.“

Der LJVB fordert deshalb eine ehrliche Debatte über die Ursachen der Waldkrise. Einseitige Lösungsansätze und immer neue Forderungen nach mehr Jagddruck greifen zu kurz. Feldzüge gegen Wildtiere lösen keine strukturellen Probleme im Wald.

Statt ideologischer Schuldzuweisungen braucht es funktionierende Strukturen für den Waldumbau: einen leistungsfähigen Landesforstbetrieb, der den Umbau aktiv organisiert, eine stärkere Nutzung von Saat und Pflanzung neben der Naturverjüngung, leistungsfähige Forstbaumschulen für ausreichend Pflanzgut sowie eine bessere Unterstützung der rund 100.000 Privatwaldbesitzer in Brandenburg.

„Es wurde bereits zu viel Zeit vertrödelt. Der Waldumbau braucht fachlich fundiertes Handeln – und keine immer neuen Schuldzuweisungen an Wildtiere, nur weil manchen Akteuren nichts Besseres einfällt“, sagt Dr. Wellershoff.